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Nach dem Golfplatz

Artikel im Amtsblatt August

Vor einigen Tagen wurde der Golfplatz am Hufeisensee eröffnet. 48 EUR soll die einmalige Nutzung des 18-Lochparkours unter der Woche für Nichtmitglieder kosten, an den Wochenenden 60 EUR. Sicher, die Golfparkinvestition muss sich rentieren, es gibt dort auch kostenlose „Schnupperangebote“ und als weicher Standortfaktor trägt sie hoffentlich zu weiteren gewerblichen Investitionen und Arbeitsplätzen bei. Volks-und Breitensport fühlt sich trotzdem irgendwie preiswerter an...

Während der elitäre Sportbereich gut vorankommt, holpert es bei der Fertigstellung der Anlagen für die Allgemeinheit deutlich. Es gab Beschwerden über weggespülte Badestrände, unfertige Wege, Bauschutt im Uferbereich und zum Schluss gar ein „Badeverbot“ wegen des plötzlich festgestellten Eintrags von krebserregendem Vinylchlorid. In Ermangelung eines diesbezüglichen Grenzwertes für Badegewässer setzte die Verwaltung den sehr strengen Wert für Trinkwasser an, der teilweise um ein Vielfaches überschritten wurde. Zur Behebung des Problems wurden am derzeitigen offiziellen Badeverbot festgehalten und die als Badestrand geplanten Areale kurzerhand in Liegewiesen um deklariert. Dieses Vorgehen lässt sich bestenfalls als schlechter Scherz verstehen.

Niemand will bei 30 Grad im Schatten das kühle Nass nur von außen betrachten! Auch im vom Stadtrat beschlossenen Nutzungskonzept für den Bebauungsplan „Freizeit-und Erholungsraum Hufeisensee“ waren eindeutig Badestellen vorgesehen. Sicher: Gesundheitsschutz ist wichtig, aber auch hier sind Augenmaß und Pragmatismus gefragt! Anregungen zur Behebung des Problems kann sich die Verwaltung bei der Stadt Speyer holen, die Vinylchloridbelastung eines städtischen Sees mit technischen Mitteln in den Griff bekam. Mit dergleichen Energie und Unterstützung wie für den Golfplatz sollten jetzt bitteschön auch die „Nebenanlagen“ für das Gebiet Hufeisensee nutzbar gemacht werden, also der beschlossene Rundweg, die Badebereiche, die Stationen für Wasser-und Tauchsport sowie den Wasserrettungsdienst! Dazu sind derzeit noch viele Fragen offen. Unsere Fraktion wird sich jedenfalls weiter dafür einsetzen, das Gebiet Hufeisensee als naturnahes und kostenfreies Erholungsareal für alle Bevölkerungsgruppen nutzbar zu machen.