Sport, Soziales, Politik
Bodo Meerheim ist auf vielen Feldern aktiv
Noch im Lob schwingt die Entbehrung mit: „Wir haben zweimal 25 Jahre auf diese Halle gewartet, einmal vor und einmal nach der Wende“, sagt die Geschäftsführerin des Wohnungsunternehmens GWG, Jana Kozyk. „Dass sie zum 50-jährigen Neustadt-Jubiläum fertig wird, ist perfekt.“ Mit der Einweihung der Ballsporthalle „Erdgas Sportarena“ im Juli 2013 fand das jahrzehntelange Ringen um die Halle ein glückliches Ende. Für sie gekämpft hat auch Bodo Meerheim. Lange hat der einstige Handballer und jetzige Präsident des SV Union Halle-Neustadt auch für die „Wildcats“, das Frauenbundesligateam des Vereins, eine angemessene Halle gefordert. Denn schließlich gehören die Hallenserinnen zu den besten Teams der 2. Bundesliga.
Handball ist für Bodo Meerheim Leidenschaft, Begegnung – und Ausgleich zur Politik. Denn der 54-Jährige ist seit langem ein vielseitiger und bekannter Stadtrat in Halle. Seit 1994 Mitglied im Stadtrat, wählte ihn die damalige PDS-Fraktion bereits ein Jahr später zu ihrem Vorsitzenden. Im Finanzausschuss leistet er seit 1999 eine von allen Fraktionen anerkannte Arbeit.
In beiden kommunalen Wohnungsgesellschaften ist Bodo Meerheim ehrenamtlich aktiv. Bei der GWG ist er Aufsichtsratsvorsitzender, bei der anderen großen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt, der HWG, Mitglied im Aufsichtsrat. Das bedeutet, Verantwortung für rund 28 000 Wohnungen in Halle mit zu tragen. Beide Unternehmen stehen bisher in der Pflicht, jährlich zur Haushaltskonsolidierung zehn Millionen Euro an die Stadt als Gesellschafter auszuschütten. Diese – in dieser Höhe aberwitzige – Konstruktion könnte fatale Folgen haben, wenn die beiden Gesellschaften zu Preistreibern auf dem Wohnungsmarkt werden – sowohl die Mieten würden drastisch steigen als auch der Leerstand wieder zunehmen. Verschärfend kommt hinzu: Die Bevölkerungszahl Halles sank seit 1990 von 300 000 auf heute 230 000. Dass unter solchen Rahmenbedingungen die Mittel für den notwendigen Stadtumbau und die weitere, vor allem energetische Sanierung von Wohnungen fehlen müssen, kritisiert Bodo Meerheim sehr und kämpft dagegen auch im Stadtrat an.
Im Hauptberuf ist Bodo Meerheim Geschäftsführer der SKV Kita gGmbH, die er 1997 mit einer eindeutigen Ansage mitgründete: Das Kürzel „SKV“ steht für „Sozial – Kreativ – Vielfältig“. Das ist nicht nur ein Slogan, sondern Programm: „Unser Ziel ist es, selbstbewusste, eigenverantwortliche und gemeinschaftsfähige Kinder aufwachsen zu lassen. Durch altersspezifische Angebote wird die Gesamtentwicklung der Kinder berücksichtigt und gefördert.“ Sorge dafür tragen 235 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich um die rund 2 000 Kinder in den Einrichtungen kümmern. „Durch eine verantwortungsbewusste Bildung und Erziehung der uns anvertrauten Kinder eröffnen wir ihnen Chancen und Kompetenzen für eine erfolgreiche Zukunft in unserer Gesellschaft. Kein Kind bleibt bei uns hinter seinen Möglichkeiten zurück“, so die Maxime des Geschäftsführers.
Die klammen Kassen der Stadt, die zunehmende Finanznot der Wohnungsunternehmen, das stetige Schrumpfen der Stadt in 25 Jahren – Bodo Meerheim lässt sich von den widrigen Rahmenbedingungen nicht entmutigen: „Man darf das soziale Denken und Handeln nicht verlernen“.

