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Die Stadt gehört allen

„Barrierefreiheit ist ein Teil, Inklusion ist das Ganze“ sagt Ute Haupt

Die Stadt gehört jenen, die darin leben, wohnen, arbeiten. Wie alle Städte veränderte sich auch Halle. Manches wurde besser, vieles blieb, wie es schon lange war: schön anzuschauen, aber nicht für alle nutzbar. Ziel einer jeden Stadtplanung und jedweder Um- und Neugestaltung muss es deshalb sein, denen, die hier leben, wohnen, arbeiten, einen Raum zu schaffen, in dem sich alle wohl fühlen, in dem sich alle nach ihren Vorstellungen bewegen können, in dem jede und jeder, wie jung oder alt auch immer, sich frei fühlen kann. „Barrierefreiheit“ ist kein Schlagwort, sondern eine Aufgabe.
Manches ist in den vergangenen Jahren geschehen, vieles ist noch zu leisten.

Als Vorsitzende des Sozial-, Gesundheits- und Gleichstellungsausschusses der Stadt hat Ute Haupt in den vergangenen Jahren viel gelernt und ist in hohem Maße sensibler geworden bei der Wahrnahme und dem Aufspüren all der Dinge, die Barrieren sind: seien es zu schmale Gehwege für Kinderwagen, zu grobe Pflasterungen für Rollstuhlfahrerinnen, Rollstuhlfahrer und Rollatoren oder so vermeintlich einfache Dinge wie eine Markierung der obersten und untersten Stufe einer Treppe im öffentlichen Raum.

Es hat sich, nicht zuletzt durch Anträge der Fraktion DIE LINKE, einiges getan in den vergangenen Jahren: In der Verwaltung geht man mittlerweile weitaus sensibler mit der Forderung nach Barrierefreiheit um als ehedem. Bei Planungsvorhaben wird der Behindertenbeauftragte einbezogen, und für jedes Bauvorhaben ist ein Nachweis über die barrierefreie Planung und Bauausführung zu erbringen.

Das ist schon einiges, aber noch lange nicht genug. Denn es geht nicht allein darum, Barrieren abzubauen. Vielmehr gilt es, gute Bedingungen für alle Menschen zu schaffen, mit denen jede und jeder selbstbestimmt umgehen kann. Die Menschen sind verschieden, sie sind Teil einer Gemeinschaft, und deshalb müssen auch für alle Bedingungen geschaffen werden, die ihnen Teilhabe ermöglichen. Nur dann können alle alles nutzen, was ihnen die Stadt bietet.

Das neue Schlagwort für derartige Bemühungen ist „Inklusion“. Das bedeutet nichts anderes als dass alles allen möglich sein soll. Das erfordert viel Feinarbeit in der Umsetzung und ist selten spektakulär. Beispielsweise mangelt es in der Stadt an Bänken, auf denen es sich gut sitzen lässt, auf denen man sich ausruhen kann. Und wenn es sie denn gibt – haben sie auch immer die richtige Höhe?

Das sind kleine Dinge, aber sie haben eine große Bedeutung für das Zusammenleben in einer Stadt. DIE LINKE weiß das. Sie hat sich in der Vergangenheit um jene gekümmert, die vermeintlich am Rande stehen, und sie wird es auch künftig tun. Ganz im Sinne ihrer eigenen Forderung, dass Halle eine Stadt für alle ist und bleiben muss. Diese Position aufzugeben, hieße, die Stadt aufzugeben.


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