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Die Vermarktung des Marktes

Für die einen ist er das Herz der Stadt, für die anderen die wahrscheinlich längste Praline, die man einem Investor im Stadtzentrum noch anbieten kann. Das Stadtmarketing möchte, dass ein Investor den Marktplatz durch eine „authentische Gestaltung“ in ein „touristisches Highlight“ verwandeln und damit „dem aktuellen Reisetrend ‚live like a local‘ eine neue Facette bieten soll“.

Wem nach so viel Marketingprosa noch nicht schwindelig geworden ist, der fragt sich erstmal, warum die mangelnde Authentizität des Ortes bisher noch niemandem aufgefallen ist. Der Markt steht dort immerhin schon einige Jahrhunderte. Und zwar ohne fest installierte Markthütten.

Frei übersetzt bedeutet der erwähnte aktuelle Reisetrend übrigens so viel wie „leben wie ein Einheimischer“. Der Marktplatz soll also so gestaltet werden, dass ein Tourist in das authentische Lebensumfeld der Hallenser eintauchen kann. Dafür wiederum muss dieses aber erstmal geschaffen werden. Alles klar?

Es lohnt sich eigentlich nicht, weiter darüber nachzugrübeln. Die Folge des Ganzen wäre, dass man einen großen Teil des Marktplatzes mit aufgehübschten Containern zustellt - 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche. Für Veranstaltungen müsste das Ganze dann erst wieder abgebaut werden. Und dafür braucht man bedeutend länger, als die Markthändler heute mit ihren mobilen Ständen. Kein Investor wird damit einverstanden sein, dass seine „Immobilien“ tagelang ungenutzt in irgendeiner Ecke stehen sollen. Zumal der Auf- und Abbau wohl jeweils mindestens zwei Tage dauern dürfte.

Böse Zungen behaupten, der wahre Grund für das Ganze sei der Umstand, dass es im Rathaus keine Kantine gibt. Damit hätte man jedenfalls schon mal ein Motiv für die Tat, auch wenn das wohl eher weit hergeholt sein dürfte. Naja, in Halle hält man inzwischen so manches für möglich.

Die Idee dazu wurde jedenfalls kurz vor der „Zukunftswerkstatt Marktplatz“ im OB Büro geboren. Man brauchte noch etwas Großes, das man den Bürgern präsentieren konnte. Deshalb wurde kurzerhand ein Teil des Münchner Viktualienmarktes auf den Platz vorm Ratshof fotomontiert. Ein Klick und schon sah der Markt so authentisch aus, wie nie zuvor. Stadtplanung kann manchmal so einfach sein. Photoshop sei Dank!


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