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Halle braucht mehr Sicherheit für den Radverkehr

Artikel Amtsblatt November 2019 - Radfahren ist in Halle gefährlich, dass zeigt die Zahl der Verkehrsunfälle bei denen Radfahrende schwerverletzt oder sogar getötet wurden. Viele Bürger*innen verzichten aufgrund von Sicherheitsbedenken auf das Radfahren.

Um die Sicherheit für Radfahrer*innen in unserer Stadt zu erhöhen, braucht die Stadt eine „Vision-Zero“, also Konzepte die den Straßenverkehr so gestalten, dass es zukünftig keine Unfalltoten oder Schwerverletzten mehr gibt. Viele Unfallgefahrenpunkte für Radfahrer sind bereits bekannt und müssen zu Gunsten der Sicherheit der Radfahrer*innen entschärft werden. So könnte beispielsweise die Stadtverwaltung die Sicherheit für die Radfahrer*innen bei der Querung des Reilecks erhöhen, indem man drei Parkplätze in der Nähe des Kreuzungsbereiches einziehen würde. Der sichere Radverkehr muss Vorrang haben, auch wenn dies dabei zu Lasten des  motorisierten Individualverkehres geht. Dafür braucht es ein Umdenken in der Stadtverwaltung, aber auch das Verständnis in der Stadtgesellschaft. Radfahrer*innen und Fußgänger sind die Schwächsten im Verkehrsgeschehen und bedürfen deshalb eines vorrangigen Schutzes. Schon heute lassen sich viele Maßnahmen ohne größeren Aufwand umsetzen.  Dazu gehören beispielsweise markierte Fahrradaufstellflächen,  oder Ampeln, die so programmiert sind, dass Radfahrer*innen zuerst fahren und somit beim Abbiegen von den PKW-Fahrer*innen besser gesehen werden. Des Weiteren müssen Radwege farblich so markiert werden, dass sie auch in der Dunkelheit gut sichtbar sind. An engen Stellen sollte generell Tempo 30 gelten. Städtische Unternehmen sollten eine Vorbildfunktion einnehmen und ihre LKWs  mit Abbiegeassistenten ausstatten. Kommt es zu einem Unfall soll eine Unfallkommission aus Radfahrexperten, Polizei und Stadtverwaltung den Unfallpunkt bewerten und die Gefahrenstelle entsprechend der Empfehlungen der Kommission beseitigen. Zudem soll die Kommission präventiv die Kreuzungsbereiche überprüfen. Ein zügiges Durchqueren der Stadt mit dem Rad muss möglich sein, ohne dass dabei die Sicherheit gefährdet wird. Das macht das Radfahren attraktiver und wäre ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Zukünftig muss die „Vision-Zero“ handlungsleitend für die Stadtplanung werden und der schnelle und sichere Radverkehr Priorität haben.