Schulsozialarbeit in Halle: Bund und Land dürfen Kinder nicht im Haushaltsloch versenken
Die Linksfraktion im Stadtrat Halle (Saale) kritisiert die drohenden Kürzungen bei der Schulsozialarbeit scharf. Nach der Entscheidung im Jugendhilfeausschuss stehen mehrere Schulen ab dem neuen Schuljahr vor massiven Einschnitten oder dem vollständigen Wegfall von Schulsozialarbeit. Ab 2028 droht durch auslaufende Förderstrukturen ein noch größerer Kahlschlag.
Dazu erklärt Ute Haupt, Mitglied im Jugendhilfeausschuss für die Linksfraktion
„Das ist ein bildungs- und sozialpolitischer Offenbarungseid. Schulsozialarbeit wird überall gelobt, aber sobald es um die Finanzierung geht, werden Kinder, Eltern, Lehrkräfte und Träger allein gelassen. Wer Schulsozialarbeit kürzt, spart nicht. Er verschiebt Probleme in die Zukunft – und macht sie teurer, härter und ungerechter.“
Die Linksfraktion stellt klar: Die Verantwortung darf nicht auf die Stadt Halle abgewälzt werden. Halle befindet sich in einer dramatischen Haushaltslage. Für 2026 steht ein Fehlbetrag von rund 138 Millionen Euro im Raum, bis 2029 summieren sich die Defizite auf mehr als 500 Millionen Euro. Die Stadt hat keinen realen Spielraum, um dauerhaft Landes- oder Bundesversäumnisse auszugleichen.
„Bund und Land müssen endlich anerkennen: Schulsozialarbeit ist kein freiwilliges Sahnehäubchen, sondern Teil einer funktionierenden Bildungs- und Jugendhilfestruktur. Diese Aufgabe braucht eine verlässliche, dauerhafte und auskömmliche Finanzierung“, so Haupt weiter.
Gerade in einer Stadt wie Halle, in der Kinderarmut, soziale Spaltung und Bildungsungleichheit den Alltag vieler Familien prägen, ist Schulsozialarbeit unverzichtbar. Sie hilft bei Konflikten, unterstützt Familien, begleitet Kinder in Krisensituationen, stärkt Demokratiebildung und entlastet Lehrkräfte. Wer hier kürzt, trifft konkret Kinder.
Die Linksfraktion fordert deshalb vom Land Sachsen-Anhalt ein dauerhaftes Landesprogramm für Schulsozialarbeit ab spätestens 2028 – und bereits jetzt eine Lösung für die akut bedrohten Stellen. Der Bund muss die Kommunen zusätzlich strukturell entlasten und dafür sorgen, dass soziale Aufgaben nicht länger auf kommunale Haushalte abgeladen werden, ohne sie ausreichend zu finanzieren.
