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Vollsortimenter ja, aber nicht auf jeder grünen Wiese

Vergangene Woche musste der Stadtrat, aufgrund eines Einspruches des Oberbürgermeister, erneut über die Vorlage des Änderungsbeschlusses für den Bebauungsplan Nr. 32.4 Heide-Süd diskutieren und abstimmen. Trotz erneuter Behandlung hat die Fraktion Die Linke dem Anliegen des Oberbürgermeisters widersprochen und dagegen gestimmt.

Dazu erklärt die Stadträtin Anja Krimmling-Schoeffler: „Das die Stadt mit der erneuten Vorlage gegen das  Einzelhandels- und Zentrenkonzept verstoße, ist nur ein Punkt, warum wir nicht für die Änderung des Bebauungsplanes gestimmt haben. Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept wurde beschlossen, damit in allen Stadtteilen eine weitgehend gleiche Grundversorgung mit Einzelhandelsbetrieben gewährleistet werden kann. An diesem Standort gibt es bereits zwei zu Fuß erreichbare Nahversorgungsorte, zum einem am Helene Stöcker-Platz sowie das Nahversorgungszentrum Hubertusplatz.

Die Ansiedlung eines weiteren großen Einzelhandelsbetriebes an dem vom Oberbürgermeister favorisierten Standort würde zu einer Schwächung der Kaufkraft für das 600 Meter entfernte Nahversorgungszentrum Hubertusplatz führen. Aber auch Einzelhandelsbetriebe in Halle Neustadt wären von der Minderung der Kaufkraft betroffen. Das geht aus einer Studie der Gesellschaft für Markt und Absatzforschung hervor. Diese hatte im Auftrag der Stadtverwaltung, untersucht welche Auswirkungen eine Neuansiedlung eines so großen Einzelhandelsbetriebes an diesem Standort hätte. In dieser Studie kommt man eindeutig zu dem Schluss, dass das Vorhaben nicht mit dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept zu vereinbaren sei. Insofern ist die Behauptung des Oberbürgermeisters in seiner Stellungnahme, dass das Vorhaben nicht gegen städtische Vorschriften und Beschlüsse verstoßen würde, nicht korrekt.

Weitere Gründe warum wir uns gegen eine Änderung des Bebauungsplans ausgesprochen haben, sind zum einen der erhöhte Anliefer- und Kundenverkehr im Wohngebiet und zum anderen die erneute Flächenversiegelung und der achtlose Umgang mit einer Potenzialfläche die noch städtisches Eigentum ist.

Für die Erweiterung am Nahversorgungszentrum Hubertusplatz spricht eine optimale Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, die Nähe zum Uniklinikum (der Verkehr verlagert sich nicht) und die Möglichkeit einen vorhandenen Markt mit einem Umbau zu erweitern.

Die Aufgabe des Stadtrates ist es nicht das Wohl von Investoren im Auge zu haben, sondern eine ausgewogene Stadtentwicklung.“