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Anfrage der Fraktion Die Linke im Stadtrat Halle (Saale) zu innovativen Verfahren der Schlaglochsanierung am Beispiel des sogenannten „Blow Patchers"

Linksfraktion Halle

Die Stadt Bielefeld setzt bei der Beseitigung von Schlaglöchern seit einiger Zeit auf ein innovatives Verfahren unter Einsatz des sogenannten „Blow Patchers“. Dieses Verfahren ermöglicht es, Schadstellen im Straßenbelag deutlich schneller und effizienter als mit herkömmlichen Methoden zu sanieren. Zudem wird seitens des Herstellers sowie der anwendenden Kommune eine erhöhte Haltbarkeit der Reparaturen von bis zu fünf Jahren angegeben, was eine deutliche Verbesserung gegenüber klassischen Flickverfahren darstellen würde. Darüber hinaus bietet das Verfahren weitere potenzielle Vorteile: Die Arbeiten können unter laufendem Verkehr durchgeführt werden, wodurch Verkehrsbehinderungen reduziert werden. Außerdem kann das eingesetzte Fahrzeug in den Wintermonaten auch als Streufahrzeug genutzt werden. Nach Angaben der Stadt Bielefeld ist ein Einsatz auch auf Straßen mit geringer Deckschicht möglich.

Vor diesem Hintergrund fragen wir: 

  1. Ist der Stadtverwaltung das Verfahren des sogenannten „Blow Patchers“ bekannt?

    Das Verfahren ist bekannt. Durch ein Fahrzeug mit Anbaugerät wird ein Sprühasphalt zum Verschluss von Schlaglöchern verwendet.

    In Halle (Saale) erfolgen die Flickarbeiten über Rahmenverträge. Diese werden nach einer öffentlichen Ausschreibung auf der Grundlage des bundesweit gültigen Standardleistungsbuches 615 ausgeschrieben. Damit können alle Schadensformen in Asphaltbelägen im Umfang von Kleinreparaturen (Schlaglochflickung) abgewickelt werden.

    Ein Regelasphaltaufbau besteht aus Deck-/Binder- und Tragschicht. Diese Schichten haben unterschiedliche Materialeigenschaften.

    Mit dem Blow Patchers System können ausschließlich Deckschichten repariert werden. Bei Schlaglochschäden, die bis in die Binder- und/ oder Tragschicht reichen, ist das System nicht anwendbar.

    Die regional tätigen Firmen haben diese Technik wegen der fehlenden Auftragslage nicht.

    Eine Mindestauslastung einer solchen Maschine kann durch die Stadt nicht zugesagt werden.

    Der Einsatz als Winterfahrzeug ist unwirtschaftlich, da die Aufnahmekapazität für Kornmaterial gering ist. Diese Funktion ist für die Absplittung nach dem Asphalteinbau gedacht. 

  2. Wurden seitens der Stadtverwaltung bereits alternative bzw. innovative Verfahren zur Schlaglochsanierung geprüft oder getestet? Wenn ja, mit welchen Ergebnissen?

    In den Rahmenverträgen nach Standardleistungsbüchern ist den Firmen die Technologie frei gegeben. Die anerkannten Regeln der Technik sind einzuhalten.

  3. Wie bewertet die Stadtverwaltung die Wirtschaftlichkeit des Blow-Patcher-Verfahrens im Vergleich zu herkömmlichen Sanierungsmethoden (insbesondere im Hinblick auf Haltbarkeit und Personaleinsatz)?

    Durch die Nutzung ausschließlich für Asphaltdeckschichten ist das System im halleschen Straßennetz nicht zielführend.

  4. Inwiefern kann die Stadtverwaltung bestehende Rahmenverträge mit Straßenbauunternehmen anpassen, um die Anschaffung eines entsprechenden Fahrzeuges zu forcieren?

    Siehe Antwort zu Frage 3

    Welche Möglichkeiten sieht die Stadtverwaltung, bei zukünftigen Ausschreibungen innovative Verfahren wie den Blow Patcher stärker zu berücksichtigen?

    Siehe Antwort zu Frage 3

     

  5. Wäre ein Pilotprojekt oder Praxistest eines solchen Verfahrens in Halle (Saale) denkbar?

    Siehe Antwort zu Frage 3

  6. Welche jährlichen Kosten entstehen der Stadt derzeit durch die klassische Schlaglochsanierung, und welches Einsparpotenzial könnte sich durch langlebigere Verfahren ergeben?

    Siehe Antwort zu Frage 3

    Durch die eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten liegt kein Einsparpotential vor.

     

  7. In welchem Umfang beeinträchtigen aktuelle Sanierungsmaßnahmen den Verkehrsfluss, und welche Verbesserungen wären durch Verfahren möglich, die unter laufendem Verkehr durchgeführt werden können?

    Analog den klassischen Flickmethoden erfolgt auch das Blow Patchers System unter einer eingeschränkten Verkehrsführung.

     

  8. Welche ökologischen Auswirkungen (z. B. Materialverbrauch, CO₂-Emissionen) haben die derzeitigen Verfahren im Vergleich zu innovativen Alternativen?

    Angesichts des Straßenzustands in Halle können keine realisierbaren innovativen Alternativen erkannt werden (s. vorherige Antworten).

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