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Anfrage der Fraktion Die Linke im Stadtrat Halle (Saale) zur Situation von Sportvereinen ohne eigene Sportstätte in Halle (Saale)

Linksfraktion Halle

Sportvereine leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum sozialen Zusammenhalt, zur Gesundheitsförderung und zur Integration in unserer Stadt. Gerade kleinere und mittlere Vereine stehen jedoch zunehmend vor existenziellen Herausforderungen, wenn sie über keine eigene Sportstätte verfügen und auf knappe kommunale Kapazitäten angewiesen sind. Fehlende Räume gefährden Trainingsbetrieb, Nachwuchsarbeit und ehrenamtliches Engagement.

 

Unsere Fragen und die Antwort der Verwaltung:

Das Sportangebot in der Stadt Halle (Saale) ist breit gefächert: Über 950 Sportangebote werden von den 187 aktiven Sportvereinen bereitgehalten. Seit dem Jahr 2008 ist die Stadt Halle (Saale) dazu übergegangen, geeignete Sportflächen an Sportvereine mit mehrjähriger Vertragslaufzeit zu überlassen, um insbesondere mittleren und größeren Vereinen die Chance zum Wachstum zu geben. Rund 70 Sportvereine verfügen mittlerweile über eine eigene Sportstätte; von den 52 Sportvereinen mit mehr als 200 Mitgliedern insgesamt 43. Anders als vom Fragesteller formuliert, stehen jedoch nicht kleinere und mittlere Vereine vor existenziellen Herausforderungen, sondern eher prosperierende Sportvereine, wenn sie über keine eigene Sportstätte verfügen. Und auch nur Vereine mit einer hinreichend großen Mitgliederzahl sind wirtschaftlich in der Lage, eine eigene Sportstätte zu tragen. 

 

Die zur Verfügung stehenden Immobilien, die für eine Sportnutzung in Frage kommen, sind allerdings stark begrenzt. Innerhalb des vergleichsweise sehr kleinen Stadtgebiets stehen kaum mehr Flächen zur Verfügung, die sich für eine sportliche Nutzung entwickeln lassen, so dass Sportvereine zunehmend außerhalb des kommunalen Liegenschaftsportfolios nach Lösungen suchen müssen. 

 

Dies vorausgeschickt antwortet die Verwaltung wie folgt:

 

Wie viele Sportvereine (mit mind. 25 Mitgliedern) sind der Stadtverwaltung bekannt, die nicht über ein eigenes Vereinsgelände/ Vereinsgebäude/ eine eigene Sportstätte verfügen?

83

 

Mit wie vielen dieser Vereine befindet sich die Stadtverwaltung im Gespräch, um ein/e passendes, nutzbares Gelände/ Gebäude/ Sportstätte zu finden?

3

 

Wie viele dieser Bedarfe sind seit mehr als fünf Jahren ungelöst?

1

 

Welche Sportarten bzw. Zielgruppen (z. B. Kinder- und Jugendsport, inklusive Angebote, migrantische Selbstorganisationen) sind besonders betroffen?

Im noch ungelösten Fall geht es primär um die Sportart Fußball; betroffen sind alle Altersklassen.

 

Welche konkreten Unterstützungsmaßnahmen bietet die Stadt für Sportvereine ohne eigene Infrastruktur an (z. B. priorisierte Hallenvergabe, Beratung, Liegenschaftsprüfung, Zwischennutzungen)?

Die Stadtverwaltung unterstützt auf verschiedene Art und Weise. Zum einen werden Sportvereine beraten und es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht, die beispielsweise in einer Kooperation mit anderen Vereinen münden können, zum anderen vermittelt sie zwischen Drittanbietern von geeigneten Immobilien und dem Sportverein. Diese Unterstützung hat bereits mehrmals zum Erfolg geführt.

 

Welche städtischen Flächen oder leerstehenden Gebäude wurden in den vergangenen fünf Jahren auf ihre Eignung für eine sportliche Nutzung geprüft? Mit welchem Ergebnis?

Geprüft wurde das ehemalige Kita-Gebäude am Kinderdorf, das sich grundsätzlich für eine sportliche Nutzung eignet; es besteht jedoch ein sehr hoher Sanierungsbedarf.

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