Antrag der Fraktion Die Linke im Stadtrat Halle (Saale) zur Durchführung einer „Langen Nacht der Ausbildungen"
Beschlussvorschlag:
Die Stadtverwaltung wird gebeten, im Jahr 2027 erstmals eine „Lange Nacht der Ausbildungen“ in Halle (Saale) zu organisieren. Dabei soll insbesondere eine Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, der Handwerkskammer Halle, der Agentur für Arbeit sowie interessierten Unternehmen angestrebt werden.
Im Rahmen der Veranstaltung sollen Unternehmen und Einrichtungen in den Nachmittags- und Abendstunden ihre Türen für Jugendliche und deren Eltern öffnen. Ziel ist es, vor Ort praktische Einblicke in Ausbildungsberufe, Arbeitsabläufe und berufliche Perspektiven zu ermöglichen und den direkten Austausch mit Auszubildenden und Beschäftigten zu fördern.
Die Stadtverwaltung wird gebeten auf eine Beteiligung der städtischen Unternehmen und Eigenbetriebe hinzuwirken.
Gemeinsam mit der Halleschen Verkehrs-AG ist zu prüfen, ob für den Veranstaltungszeitraum eine Kombiticket- oder vergleichbare Mobilitätslösung angeboten werden kann, mit der die teilnehmenden Jugendlichen und ihre Begleitpersonen den öffentlichen Personennahverkehr kostenfrei oder vergünstigt nutzen können. Dabei sind insbesondere Finanzierungsmöglichkeiten durch die teilnehmenden Unternehmen, weitere Kooperationspartner oder Sponsoren zu berücksichtigen.
Gez. Katja Müller
Fraktionsvorsitzende
Begründung:
Die Entscheidung für einen Ausbildungsberuf fällt vielen Jugendlichen schwer. Bestehende Ausbildungs- und Berufsmessen bieten zwar zahlreiche Informationen, finden jedoch überwiegend an einem zentralen Veranstaltungsort statt. Wie der Arbeitsalltag tatsächlich aussieht, welche Tätigkeiten zu einem Beruf gehören und wie ein möglicher Ausbildungsbetrieb aufgebaut ist, lässt sich dort nur eingeschränkt vermitteln.
Eine „Lange Nacht der Ausbildungen“ setzt deshalb unmittelbar in den Unternehmen an. Jugendliche können gemeinsam mit ihren Eltern verschiedene Betriebe besuchen, Arbeitsplätze kennenlernen und direkt mit Auszubildenden und Beschäftigten ins Gespräch kommen. Die Durchführung am späten Nachmittag und Abend ermöglicht auch Eltern die Teilnahme und trägt der wichtigen Rolle Rechnung, die sie bei der Berufswahl ihrer Kinder häufig einnehmen.
Zugleich erhalten Unternehmen die Gelegenheit, ihre Ausbildungsangebote praxisnah vorzustellen und frühzeitig mit möglichen Bewerber*innen in Kontakt zu kommen. Damit ergänzt die „Lange Nacht der Ausbildungen“ die vorhandenen Angebote zur Berufsorientierung und kann einen konkreten Beitrag dazu leisten, junge Menschen für eine Ausbildung in Halle zu gewinnen.
Durch die Zusammenarbeit mit den Kammern, der Agentur für Arbeit und den teilnehmenden Unternehmen kann die Veranstaltung auf vorhandenen Netzwerken und Strukturen aufbauen. Die Unternehmen gestalten und finanzieren ihre jeweiligen Angebote selbst; die Stadt übernimmt insbesondere die Koordinierung und gemeinsame Bewerbung.
Der Antrag wird aktuell in den Fachausschüssen beraten.
