Kommunalwahlprogramm DIE LINKE Halle
I. Zusammenhalt und Teilhabe
- Halle - Stadt des sozialen Ausgleichs
- Halle - Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche
- Halle - Das Alter gehört dazu
- Halle - Für eine neue Kultur der Mobilität
II. Wissen und Lebenskunst
- Halle - Zentrum der Kultur
- Halle - schafft Wissen und Neues
- Halle - Bildung als Schlüssel
- Halle - Sport als gemeinsames Erlebnis
III. Arbeit und finanzielle Sicherheit
- Halle - Existenzsichernde Arbeit in der Kommune
- Halle für alle - Finanzielle Sicherheit für die Stadt
- Halle - Zukunft in der Region
IV. Die Stadt sind wir - Demokratie und Vielfalt
Halle – Stadt engagierter Menschen
Halle ist eines der Protestzentren gegen die Kürzungen im Kultur- und Hochschulbereich. Hier kommen Menschen selbstorganisiert zusammen. Demos sind in Halle bunt, groß und wirkungsvoll. Egal, ob es gilt, Neonazis zu blockieren, den Studi-Streik zu organisieren, Sand zu schippen oder der Politik ein Achtungszeichen zu setzen.
Zahlreiche Menschen in unserer Stadt engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen und Initiativen, leisten sozial und kulturell wichtige Arbeit, bringen sich ein in Aktionen zur Stärkung von Demokratie und Toleranz. Diese Bereitschaft mit zu gestalten, macht uns gemeinsam reicher und stärker.
Wir setzen uns für direkte Bürgerbeteiligung in Halle ein. Für uns ist die Vorstellung von Verwaltungsplänen, schon von der frühesten Planungsphase an, eine Mindestforderung von Mitbestimmung. Hierzu wollen wir auch die Formen der Mitsprache nutzen, die das Internet bietet.
Das heißt für DIE LINKE:
- nicht nur Auswahl aus verschiedenen Plänen der Verwaltung, sondern Miterarbeitung von Plänen
- Chancen des Internets stärker nutzen, um Bürgerinnen und Bürger einzubeziehen. Das Ratsinformationssystem muss nutzerfreundlicher und übersichtlicher gestaltet werden.
- Notwendigkeit einer E-Gouvernement-Strategie, mit Prüfung von Kostenersparnissen durch Open-Source-Software
- freies WLAN in der gesamten Stadt, um allen Bürgerinnen und Bürgern eine Beteiligung zu ermöglichen. Dieses soll durch die Stadt und Partner aus der lokalen Wirtschaft aufgebaut werden. Hier gibt es bereits viele kleine private Initiativen in Läden und Lokalen.
- den Bürgerhaushalt zu verstetigen und auszubauen, Bürgerbegehren und Bürgerentscheide zu unterstützen, neue Beteiligungsformen (z. B. Einwohnerumfragen) zu erproben
- Einwohnerfragestunden zeitlich und örtlich für die Mehrheit der Einwohnerinnen und Einwohner erreichbar machen. Wir wollen regelmäßige Einwohnerversammlungen fest verankern.
- Einwohnerversammlungen in den Stadtteilen; für Themen, die die ganze Stadtgesellschaft betreffen, stadtweite Einwohnerforen
- Beteiligungsprozesse zu vereinfachen und zu erweitern: Dazu gehört auch eine Änderung der Hauptsatzung, um weitere wichtige Gemeindeangelegenheiten zu bestimmen
- Bürgerbegehren und Bürgerentscheide parallel zu Wahlen stattfinden zu lassen. Wir streben an, bei Wahlen die Bürgerinnen und Bürger über einen Punkt der Stadtentwicklung im gesamtstädtischen Interesse zu befragen
- ein Anhörungsrecht in den Ausschusssitzungen, verankert in der Hauptsatzung und der Geschäftsordnung des Stadtrates, für Bürgerinitiativen, Vereine und sonstige von Entscheidungen der Stadt Betroffene festzuschreiben
Halle – Für eine Kultur der Vielfalt und Integration
In unserer Stadt leben Menschen unterschiedlichster Herkunft: Alteingesessene, Hinzugezogene, ausländische Studierende, Einwandererinnen und Einwanderer, Flüchtlinge und Asylsuchende. Diese Vielfalt ist eine Bereicherung für uns – menschlich, kulturell, wirtschaftlich. DIE LINKE setzt sich für das respektvolle gesellschaftliche Miteinander in Anerkennung der Verschiedenheit aller Menschen ein. Wir wollen einen humanen Umgang mit Asylbewerberinnen und Asylbewerbern, der die Würde jeder und jedes Einzelnen in den Mittelpunkt stellt und setzen uns für eine Willkommenskultur in unserer Gesellschaft ein. Das erfordert zum einen eine Politik, die Rassismus, Antisemitismus und allen anderen Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit entschlossen und konsequent entgegentritt. Zum anderen heißt es für uns, aktiv Willkommensstrukturen zu schaffen mit einer aktiven Integrationspolitik, die Integration nicht als Aufforderung, sondern als vielseitigen Prozess versteht.
Das heißt für DIE LINKE:
- die Netzwerke in Halle, die der Selbstorganisation und Interessenvertretung von Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten dienen, zu unterstützen
- die positiven Erfahrungen der Arbeit vom Bündnis Migrantenorganisationen und des Ausländerbeirates in der Stadt zu nutzen und zu unterstützen
- den Ausländerbeirat in seinen Kompetenzen zu stärken, ihm eine beratende Stimme in Ausschüssen zu geben und ihn langfristig zu einem Integrationsbeirat zu entwickeln
- die kontinuierliche und verlässliche Förderung von Integrationsprojekten
- das Konzept der dezentralen Wohnungsunterbringung von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern weiterzuverfolgen
- die Stärkung von Netzwerkstrukturen, die der Teilhabe von Flüchtlingen in der Gesellschaft dienen
- Fördermittel verstärkt für Deutschunterricht auch für Flüchtlinge und Asylsuchende einzusetzen
- das Eintreten für die Sensibilisierung und für interkulturelle Trainings der Stadtverwaltung und insbesondere der Ausländerbehörde
- innerhalb der Berufsorientierung ein spezifisches Beratungsangebot für Migrantinnen und Migranten zu schaffen
- sich für die Anerkennung im Ausland erworbener Berufsabschlüsse einzusetzen
- spezifische Beratung und Hilfen für Existenzgründer und Kleingewerbetreibende mit Migrationshintergrund zu unterstützen
- Berücksichtigung von Migrantinnen und Migranten bei der Einstellung in der Stadtverwaltung
Halle - Gemeinsam gegen Rechts
Die Würde des Einzelnen ist unantastbar. Die universelle Gleichwertigkeit aller Menschen gilt es zu verteidigen gegen Rassismus, Antisemitismus und Sexismus, gegen die Ausgrenzung von Minderheiten und Armen. Dabei findet sich gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in jeder gesellschaftlichen Schicht. Diskriminierung, Hass und Gewalt bedrohen die Demokratie.
Wir alle müssen dem gemeinsam auf allen politischen Ebenen – parlamentarisch wie außerparlamentarisch – begegnen. Dazu gehört der solidarische Umgang mit Opfern von rechter Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung. Dazu gehört auch eine ungeschönte Wahrnehmung neonazistischer Aktivitäten in Halle und nicht das Verschließen der Augen vor tatsächlich bestehenden Problemen aus Angst vor möglichen Imageschäden.
DIE LINKE will ein gesellschaftliches Klima schaffen, welches nicht zulässt, dass Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihres Glaubens, ihrer Sexualität oder ihrer politischen Orientierung diskriminiert oder gar angegriffen werden.
Das heißt für DIE LINKE:
- die kontinuierliche Förderung von Projekten, die der Interessenvertretung vor allem von Migrantinnen und Migranten, Menschen mit Behinderungen oder Menschen in alternativen Lebensformen dienen
- die Unterstützung von Initiativen und Netzwerken gegen Rechtsextremismus in der Stadt, insbesondere das „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage“
- Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt
- die Förderung von Beratungsstellen für Opfer von Diskriminierung und Gewalt
- Naziaufmärschen und anderen Wortergreifungen von Neonazis entgegenzutreten
- Verankerung der gewonnenen Kompetenzen im Rahmen des Bundesprogrammes der Lokalen Aktionspläne (LAP), Verstetigung der Arbeit des Begleitausschusses „Hallianz für Vielfalt“ in die Arbeit der Stadt, Prüfung der Implementierung einer Fachstelle für Präventionsarbeit in der Stadtverwaltung
- die stetige Arbeit an Konzepten gegen Gewalt und Ausgrenzung an Schulen und Vernetzung einzelner Projekte mit Unterstützung der Stadtverwaltung
- antirassistische Standards im Sport, insbesondere im Kinder- und Jugendsport und im Bereich der Fankultur zu etablieren
- die Förderung und Qualifizierung von Projekten zur historischen und politischen Bildung
- Ablehnung der Gleichsetzung der Verbrechen des Faschismus mit Unrecht und Menschenrechtsverletzungen nach 1945
- Erhaltung und Pflege aller antifaschistischen Gedenkstätten in Halle und offensive Auseinandersetzung mit neofaschistischem Gedankengut und Geschichtsfälschungen
V. Gutes Wohnen, gutes Leben
- Halle - Gutes Wohnen in allen Stadtteilen
- Halle - Leben ohne Angst
- Halle - Natur und Stadt zusammen denken
