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Hendrik Lange

Studierende nicht in die Verschuldung treiben

Zur heute vorgestellten Überbrückungshilfe für Studierende des Bundesbildungsministeriums erklärt der hochschulpolitische Sprecher Hendrik Lange:

»Dass für die Lösung der Probleme in Not geratener Studierender sechs Wochen ins Land gehen und dann ein minimales Paket herauskommt, ist unbegreiflich. Der Ansatz von Bildungsministerin Karliczek, Studienkredite zu ermöglichen, ist die denkbar schlechteste Variante, Studierenden zu helfen.

Besonders besorgniserregend ist, dass auf diese Kredite ab März 2021 Zinsen gezahlt werden müssen. Es ist nicht absehbar, ob und wann Studierende ihre Nebenjobs wieder aufnehmen und diese Kredite zurückgezahlt werden können. Studierende in einer wirtschaftlich unsicheren Situation in die Verschuldung zu treiben, lässt befürchten, dass die Zahl der Studienabbrüche aus finanziellen Gründen steigt.

Ohnehin ist es ein Armutszeugnis in unserer Gesellschaft, dass sich ein Großteil der Studierenden nicht auf das Studium konzentrieren kann, da sie dieses durch einen Nebenjob finanzieren müssen. Es bleibt unverständlich, dass es zwar milliardenschwere Hilfspakete, von denen auch Konzerne profitieren, die Boni und Dividenden ausschütten, gibt, es aber nicht möglich ist, Studierenden über mehrere Monate den Verdienstausfall zu kompensieren. Daran ändert auch der Nothilfefonds nichts. Dieser ist - über das Bundesgebiet gerechnet - viel zu klein geraten.

Die Fraktion DIE LINKE bleibt bei ihrer Forderung, in Sachsen-Anhalt einen eigenen Nothilfefonds aufzulegen und den Studierenden 450 Euro pro Monat sowie den Zuschuss zur Krankenkasse zu gewähren. Ein entsprechender Antrag wird in der Mai-Sitzung des Landtages beraten.«