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Ökologisch und sozial - fahrscheinlos durch die Stadt

Artikel Amtsblatt Februar 2019 - Der Stadtrat hat sich gemeinsam mit der Stadtverwaltung in der Ratssitzung im Dezember des vergangenen Jahres für die Einführung eines kostenfreien Schülertickets ausgesprochen.

Der Stadtrat hat sich gemeinsam mit der Stadtverwaltung in der Ratssitzung im Dezember des vergangenen Jahres für die Einführung eines kostenfreien Schülertickets ausgesprochen. Dies wäre ein weiter wichtiger Beitrag, um die Ziele bei der Luftreinhaltung zu erreichen und es würde gleichzeitig die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) steigern. Derzeit prüft die HAVAG die genauen Kosten für einen kostenfreien Schülerverkehr. Das Prüfergebnis soll im März dem Stadtrat vorgelegt werden. Erste grobe Schätzungen gehen von circa 5 Millionen Euro an zusätzlichen Kosten aus, die im städtischen Haushalt berücksichtigt werden müssen. Doch diese Mehrkosten sind eine wichtige Investition in den Klimaschutz und in die Zukunft unserer Kinder.

Die Entscheidung für ein kostenfreies Schülerticket ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch wir als Stadtratsfraktion DIE LINKE wollen noch einen Schritt weitergehen. Wir wollen einen ÖPNV, der für alle kostenfrei und fahrscheinlos ist. Denn viele Menschen in unserer Stadt können sich den Preis für ein Ticket nur schwer leisten. Deshalb wollen wir eine Mobilität für alle, unabhängig von der Größe des Portemonnaies. Wenn wieder mehr Menschen es sich leisten könnten in die Innenstadt zu fahren, um dort ihre Zeit zu verbringen, würde das Stadtzentrum wieder zu einem lebendigeren Ort werden.

Voraussetzung für einen ÖPNV zum Nulltarif, ist eine langfristige Planung, die sich vor allem an den Bedürfnissen der Einwohner orientiert. Des Weiteren sind Investitionen in die Infrastruktur des Öffentlichen Nahverkehrs notwendig. Beispielsweise muss in den Kauf von Bussen und Bahnen, sowie in die Ausbildung des entsprechenden Personals investiert werden. All das braucht seine Zeit. Das Ganze muss in ein Gesamtkonzept eingebettet werden. Zusätzlich zu den Investitionen in Bahnen und Busse, muss auch ein öffentliches Car-Sharing-System etabliert werden. Außerdem muss die Infrastruktur für den Fahrradverkehr und Fußgängerverkehr ausgebaut werden. Straßen und Plätze sollen für die Fußgänger wieder zurückgewonnen werden und damit wieder ihre Funktion als Orte der Begegnungen erfüllen können.

Ein ÖPNV für alle zum Nulltarif wird nicht an der Finanzierbarkeit scheitern, das zeigen zahlreiche Städte, wie beispielsweise Tallinn, Dünkirchen oder Luxemburg, sondern vielmehr am mangelnden politischen Willen sich für eine sozial-ökologische Verkehrswende einzusetzen.